[Werbung] Ein Tierschutzurlaub ist leider noch nicht allzu weit verbreitet, weshalb es oft unzählige Fragen dazu gibt. Ich beantworte heute einige davon, um euch das Thema näherzubringen und die Angst vor dem Ungewissen zu nehmen!
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| Bild: rescue.souls |
Warum ausgerechnet Kreta? Gab es einen speziellen Grund, warum du dich für Artemis Crete Rescue entschieden hast?
Für mich war von Anfang an klar, dass es ein Tierschutzurlaub mit Hunden in einer wärmeren Region sein sollte. Bei meiner Internet-Recherche fiel mir auf, dass es viele „Anbieter / Vermittler“ gibt. Ich wollte jedoch den direkten Kontakt zu den Vereinen, auch um die Kosten so gering wie möglich zu halten.
Zudem gab es zwei Kriterien, die viele Organisationen ausschlossen: Eine kurze Aufenthaltsdauer und ein Einzelzimmer mit eigenem Bad. Da ich von meinem Arbeitgeber nicht freigestellt wurde, war dies mein normaler Jahresurlaub und ein Mindestaufenthalt von vier Wochen ist mir daher schlicht nicht möglich. Auch ein Einzelzimmer ist für mich als introvertierte Person sehr wichtig.
Den Kontakt habe ich über Streunernasen Kreta hergestellt. Nach einem Telefonat mit Michaela von Artemis Crete Rescue hatte ich sofort ein gutes Gefühl. Die „Alles kann, nichts muss“-Mentalität hat mir den Druck genommen. Als ich dann hörte, dass der Strand fußläufig erreichbar ist, war meine Entscheidung bereits während des Gesprächs gefallen.
Braucht man Vorerfahrung im Umgang mit Hunden oder im Tierschutz?
Die Hunde bei Michaela sind durchweg positive Persönlichkeiten, daher würde ich sagen, dass man keine spezifische Vorerfahrung im Tierschutz braucht. Ein sicherer und liebevoller Umgang mit Hunden ist natürlich Grundvoraussetzung.
Was muss unbedingt in den Koffer?
- Alte Kleidung: Man wird schmutzig, selbst wenn es nicht regnet und der Geruch überträgt sich. Oft springen die Hunde vor Freude an einem hoch, wobei auch mal Fäden ziehen können.
- Wanderschuhe: Sehr hilfreich, da das Gelände uneben ist.
- Vorsorge: Ich empfehle eine FSME-Impfung und Zeckenspray vor Ort.
- Bauchtasche: Um Leckerlis, Handy, Schlüssel und Geldbeutel griffbereit zu haben.
- Trinkflasche: Ideal ist eine Flasche mit Karabiner zum Festklicken beim Gassi-Gehen.
- Sonnenschutz: Auch Ende März unverzichtbar. Kappe, Sonnenbrille und Sonnencreme.
Sprachbarriere: Kommt man mit Deutsch durch?
Michaela und die Helfer sprechen alle Deutsch. Am Flughafen hat zudem ein wenig Schulenglisch vollkommen ausgereicht.
Ist es körperlich sehr anstrengend?
Man kann sich die Arbeit bei Michaela frei einteilen und auch leichte körperliche Einschränkungen vorab besprechen. Ich bin relativ fit und empfand die Tätigkeiten nicht als zu anstrengend. Beim Aufsammeln der Hinterlassenschaften sollte man gut in die Knie gehen können und eine gewisse Körperspannung besitzen, da die Hunde gern mal an einem hochspringen. Wer gut im Garten arbeiten kann, wird im Tierschutzurlaub keine Probleme haben.
Wie einsam ist man als Alleinreisende?
Gar nicht. Jeder Morgen begann mit einer Tasse Tee und einem Austausch bei Michaela. Teilweise waren andere Helfer vor Ort, mit denen ich Zeit verbracht habe. Auf dem Zimmer hat mir zudem die Hündin Lilly Gesellschaft geleistet. Ich kann Alleinreisen auf jeden Fall empfehlen und im Sommer ist zudem meist noch mehr los.
Hattest du das Gefühl, dich trotz der Arbeit zu erholen?
Da Michaela einem freie Hand lässt, verbinden viele den Aufenthalt mit einem Strandurlaub in Kalamaki. Ich war hauptsächlich bei den Hunden und das war Balsam für meine Seele. Das viele Gassi-Gehen war eine andere Art der Belastung als in meinem Alltag: Mein Geist war danach ausgeruht, mein Körper angenehm erschöpft.


Hattest du Respekt vor den 70 Hunden?
Respekt sollte man immer haben, da jeder Hund sein eigenes Päckchen trägt. Bei Michaela gibt es jedoch keine aggressiven Tiere. Die Freude der Hunde war schon durch die Gitter spürbar. Ich hatte durchgehend ein gutes Gefühl, selbst wenn ich mit vielen Hunden in einem Gehege war.
Wie geht man damit um, dass man nicht jedem Hund ein Zuhause schenken kann?
Vor Ort habe ich mich auf die gemeinsame Zeit konzentriert und das Thema weitestgehend verdrängt. Da während meines Aufenthalts vier Hunde ausreisen durften (zwei davon mit mir), gab es ein schönes Erfolgserlebnis. Emotional überrollt hat es mich dann erst beim Kofferpacken. Der Plan, wiederzukommen und den Verein weiter zu unterstützen, spendete mir Trost. Kurze Zeit später habe ich tatsächlich meinen zweiten Aufenthalt gebucht und so bin ich aktuell wieder in der Vorbereitungs- und Vorfreudezeit.
Wie stark war der Abschiedsschmerz?
Am letzten Tag war ich durch Gassi-Gänge, die Rettung eines Lamms und meine Aufgabe als Flugpatin so abgelenkt, dass für Trauer kaum Platz war. Das änderte sich in Deutschland. Ich denke mehrmals täglich an meine beiden Lieblingshunde. Sie sind sogar mein Handyhintergrund. Auch zwei Wochen später rollte noch die eine oder andere Träne.
Flugpate werden: Wie geht das konkret?
- Kontakt: Man meldet dem Verein seine Reisedaten.
- Organisation: Der Verein bucht die Hundebox auf den Flug und bereitet alle Papiere vor.
- Kosten: Michaela hat am Flughafen alles bezahlt. Man muss nicht in Vorkasse treten.
- Ankunft: In Frankfurt habe ich die Box vom Sperrgepäck abgeholt. Direkt am Ausgang warteten bereits die End- bzw. Pflegestellen auf die Hunde.
Entstehen beim Flugpaten versteckte Kosten?
Ganz klar: Nein!
Warum muss man für die „Arbeit“ bezahlen?
Man bezahlt nicht für die Arbeit, sondern für die Unterkunft. Diese muss instand gehalten werden, zudem fallen Kosten für Strom und Wasser an. 150,00 € für eine Woche mit Meerblick empfinde ich als sehr fair. Bei Vermittlern, die 800,00 € pro Woche verlangen, sehe ich das kritischer.
Mietwagen: Ja oder Nein?
Man braucht nicht zwingend einen. Der Verein holt einen oft am Flughafen ab oder man bucht einen Transfer (ca. 70,00 - 80,00 €). Michaela ist mit mir einkaufen gefahren, sodass ich für die Woche versorgt war. Wer jedoch Sightseeing machen möchte oder im Hochsommer nicht in der prallen Sonne zum Strand laufen will, sollte einen Mietwagen nehmen.
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***Keine Kooperation

